ZisserF

Nur Visionen bringen die Menschen voran.

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Freigeist statt Kleingeist

Erstellt von ZisserF am 19. November 2016

6Österreich war als großes Land im Lauf der Geschichte durchaus innovativ und für Mitteleuropa Vorreiter im positiven Sinn. Auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren wir in Sachen Wissenschaft und Forschung weltweit unter den Besten. Zu Kreisky´s Ära schaute ganz Europa auf unseren sozialen Weg oder auf unsere Kontakte in den Nahen Osten. Die Geschichte hat uns Recht gegeben. Es ist gut nicht in kleinen Schritten zu denken sondern den großen Wurf im Fokus zu haben.
Wie kleinkariert ist unser Land, genauer gesagt unsere Politik im Land geworden. Weit und breit keine großen Visionen, keine mutigen Pläne. Stattdessen Kleingeist und Misstrauen in der Politik, soweit das Auge reicht.

Stichwort Umweltpolitik: Molterer, Pröll, Berlakovich und jetzt Ruprechter dreschen seit Jahren leere Phrasen was die Umweltpolitik angeht. Sie stehen nur auf der Bremse. Leidtragend ist unsere Umwelt. Die Menschen wären bereit dazu. Die Wirtschaft stünde in den Startlöchern. Eine Chance, die vertan wird, auf Generationen hinaus.

Stichwort Gesundheitspolitik: Die Zweiklassenmedizin ist schon da. Der Gesetzgeber sieht tatenlos zu, wie die wohlhabenderen Menschen am Gesundheitssystem partizipieren (Privatordinationen) und die ärmeren Schichten einfach davon abgeschnitten werden (nicht vorhandene Kassenärzte). Und das geschieht jetzt 2016. Der Ort, in dem ich lebe – es gibt Duzende ähnliche – hat bei 5000 Einwohnern einen praktischen Arzt und das Gesundheitssystem schafft es nicht innerhalb einiger Jahre einen weiteren Kassenarzt zu bekommen. Wozu mache ich dann Zugangsbeschränkungen bei der Ärzteausbildung, wenn von Ärzteschwemme in der Praxis nichts zu sehen ist. Wenn es die Ärztekammer und die Sozialversicherungen nicht schaffen, dann muss doch wohl die Politik eingreifen. Stattdessen Tatenlosigkeit allerorten und man lässt es einfach geschenen.

Stichwort Wissenschaft und Forschung: Die Elite der Wissenschaft in technischen Bereichen stammte einst aus unserem Land (Schrödinger, Pauli, Wagner Jaureg, Hess). Sie wurde durch das Dritte Reich vertrieben und nie wieder zurückgeholt. Forschung ist zur Auftragsarbeit verkommen. Die Rosinen werden von den Sponsoren rausgepickt und verwertet. Grundlagenforschung ist ein frommer Wunsch. Dem aufrichtigen Studenten werden fast im Jahrestakt Stipendien, Fristen, Wohnbeihilfen u.ä. gekürzt und das Angebot an sie wird permanent verringert. Schaut so eine zukunftsgerichtete Politik aus. Ich meine nicht.

Stichwort Föderalismusreform: Von Jimmy Carter sagt man, er habe in Zeiten großer weltweiter Konflikte die entscheidenden Politiker in einer Ranch eingeschlossen und erst nach Tagen, nachdem eine Einigung vorhanden war, wieder herausgelassen. Ob es stimmt ist nicht wichtig. Der Gedanke daran, die wichtigsten Entscheidungsträger 1 Monat lange auf einer entlegenen Almhütte einzusperren und erst wieder abzuholen, wenn die Föderalismusreform fertig ist, hat etwas sehr zuversichtliches an sich. Wie kann es sein, dass man seit fast zwei Jahrzehnten nicht von der Stelle kommt. Dass die Zuständigkeiten zwischen den Ländern und dem Bund bei jedem Gesetz komplizierter statt einfacher werde? Wie kann es sein, dass Bund und Länder einfach nicht vom Fleck kommen, weil keiner etwas von seiner Macht verlieren möchte? Oder sind es einfach zu viele Köche? Die Spitzen des Bundes und der 9 Länder sind doch nicht viele. Zugegeben mit etwas Sarkasmus verziert: Wenn wir keine Länder mehr hätten, dann wäre die Zahl der Köche wirklich überschaubar, was dem Staat gut tun würde.

Wir stehen vor unruhigen Zeiten. Vor uns viele Schlaglöcher. Wir müssen vor dem Schlagloch von der Bremse gehen. Dann kommen wir unbeschadet durch. Schluss mit Kleingeist und Zaudertum. Wir brauchen große Entwürfe und Mut Neues zu wagen. Bewahren ist zu wenig. Wir brauchen Optimismus und damit auch Erfolgserlebnisse. Damit können wir positiv in die Zukunft sehen.

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Stimmt es, dass Du eine Ölheizung gebaut hast?

Erstellt von ZisserF am 30. Juli 2014

Oel2Ich arbeite in meiner Freizeit in mehreren Gruppen mit, die die Nachhaltigkeit oder die Bewahrung der Schöpfung zum Thema haben. Neulich traf ich einen Kollegen aus einer dieser Gruppen und unterhielt mich mit ihm. Plötzlich bemerkte ich eine leichte Unsicherheit in seinem Gesicht. Er überlegte und sagte schließlich:  “Du, jetzt muss ich dich ganz direkt etwas fragen: Stimmt es, dass Du eine Ölheizung gebaut hast?”. Punkt.

Es gibt in der Nachhaltigkeitsszene mehrere immer wieder gerne angeführte Beispiele für “extrem nicht nachhaltiges Handeln”. Konsumiere keinen Orangensaft, der wird unter größtem Wassereinsatz in wasserarmen Gegenden produziert. Kaufe keine weit weg produzierten Lebensmittel, sondern hochwertige Produkte aus der Region. Verwende hochwertige Geräte, die du reparieren kannst und nicht durch neue ersetzen musst und schließlich: Heize deine Wohnung, dein Haus mit Systemen, die die Energie aus erneuerbaren Trägern beziehen, kurz: heize ja nicht mit Öl oder Kohle! Ich stehe voll hinter diesen Beispielen.

“Stimmt es, dass Du eine Ölheizung gebaut hast?”. Da schwingt schon Weiterlesen »

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