ZisserF

Nur Visionen bringen die Menschen voran.

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Anfang vom Ende?

Erstellt von ZisserF am 22. Februar 2017

5Kaum 25 Jahre nach dem Ende des weltweiten Kommunismus, treten nun erste Anzeichen der Krise des Kapitalismus immer deutlicher zum Vorschein. Und das gerade im Mutterland des Kapitalismus und in einer westlichen Demokratie, in den USA. Menschenmassen sind unzufrieden und wählen einen Präsidenten, der öffentlich lügen darf und die Pressefreiheit massiv kritisiert. Ich kenne die Hintergründe in den USA zu wenig um die Ursachen dafür im Detail bewerten zu können. Ich sehe aber anhand einzelner Beispiele durchaus parallele Entwicklungen in Europa bzw. in Österreich.

Die Globalisierung in der jetzigen Form ist überwiegend ein vom Kapitalismus getriebenes Phänomen. Maßgeblicher Hintergedanke ist das Lukrieren von Profiten durch weltweit agierende Konzerne, die deutlichste Erscheinungsform des Neoliberalismus also.  Offenbar profitieren breite Bevölkerungsschichten davon mit. Offenbar wächst die Zahl der unzufriedenen Menschen aber ebenso. So kann ich mir die Vorgänge in den USA oder in GB vordergründig erklären.

Oder sind sie gar nicht unzufrieden sondern nur träge und zu faul geworden um die Realität zu erkennen. Können sie nicht mehr zwischen satter zufriedener Konsumwelt am heimischen Sofa in der Welt der Movies und Massen-TV Unterhaltung und der Politik unterscheiden.  Ein Sportfan kann sich Tag und Nacht mit seinem Sport in Fernsehen, Zeitung und Radio befassen. Er lebt vielleicht irgendwann in dieser Welt, glaubt ein großer Spezialist zu sein, lässt sich überreden doch endlich selbst diesen von ihm ins Detail gekannten Sport auszuüben und fällt beim ersten Training voll auf die Schnauze. Vielleicht ist dieser Effekt einer der Gründe, warum Populisten weltweit erstarken.

Einen großen Faktor für die Entwicklung der Gesellschaften der letzten 10 Jahre spielen die neuen Medien. Durch Facebook, Twitter und Konsorten ist es plötzlich jedermann möglich zu Unmengen von Meinungen zu kommen, passend für jedermann aufbereitet. Jeder wird selbst zum Akteur und zum vermeintlichen Spezialisten. Das Tratschen, das Gerüchte in die Welt setzen ist vom Wirtshaustisch, dem Plaudern über den Zaun, ins Internet verlegt worden. Dieser Effekt wird von Gruppierungen gezielt ausgenutzt. Menschen werden dadurch gefundenes Fressen für Manipulationen. Marketingleute und sogar Regierungen treten auf den Plan um im Geheimen, durch Ghostwriter oder Bots (Roboter die Antworten und Einträge automatisch generieren) massiv die WEB 2.0 Gemeinde zu beeinflussen. Russland steht als Verdächtiger genau dafür gerade unter starkem Verdacht.  Ich glaube keiner Bewertung von Hotelseiten, Produktrezensionen oder Facebook – Kommentaren mehr, es sei denn sie kommen von Leuten, die ich persönlich kenne. Es geht um die nachweißliche Quelle des Postings und nicht um das Teilen. Vielen ist der Urheber aber egal. Das ist ein großes Problem. Ich akzeptiere Freundschaftsanfragen nur von Menschen die ich kenne und nicht von Vereinen, Gruppen oder Firmen. Dahinter kann ich nicht erkennen, wer die Inhalte schreibt.

Zwei Beispiele zeigen mir wohin Entwicklungen im Kapitalismus gehen und wozu sie  in letzter Konsequenz führen:

Vor Jahrzehnten entstanden in den ländlichen Regionen Regionalzeitungen. Meist waren es Gewerbebetriebe oder Gewerbevereine, die diese Zeitungen gründeten um deren Werbung platzieren zu können. Redaktionelle Beiträge waren die Klammer dazwischen. All das half der regionalen Wirtschaft. Der Wert der Nachrichten war von Beginn an in Frage zu stellen, zumal sie alles waren außer wirtschaftskritisch. Diese Zeitungen erfüllten lange den Zweck und stellten auch eine Klammer für die Gesellschaft einer Region dar, was sehr positiv zu sehen ist. Nun sind die meisten dieser Medien längst von größeren Konzernen aufgekauft worden. Dem entsprechen wandern Gewinne aus der Region ab und werden Inhalte stark vernachlässigt, eingespart und von zentralen Stellen vorgegeben. Ein Stück Identität ist längst nicht mehr regional generiert, sonder von nationalen oder internationalen Konzernen gesteuert.

Eine weitere Facette im Medienbereich ist folgender. Reiner Journalismus ist der neutralen, gut recherchierten Berichterstattung und qualitätsvollen Kommentaren verpflichtet. Zwei Versuchungen sind dabei latent. Die Versuchung Berichte in Form von reißerischen Schlagzeilen und griffigen Formulierungen besser verkaufen zu können. Dabei leiden die Seriosität und die Glaubwürdigkeit der Information. Die zweite Versuchung ist die, den Verkauf von Nachrichten durch Werbung quer zu finanzieren. Ein Modell, das in den westlichen Demokratien nahezu gänzlich umgesetzt wurde. In manchen Medien verschwimmen Nachrichten, Berichte und Werbungen in einem nicht mehr auflösbaren Brei von Unterhaltung. Werbung wird zudem immer öfter als lästig, übertrieben und einfach nicht wahr aufgenommen. Wohl jeder hat bereits die Erfahrungen gemacht, dass Produkte in der Realität nicht mit denen der Werbung übereinstimmen. Konsumenten wissen, dass Werbung lügt. Werbung ist mit Nachrichten vermischt. Kein Wunder, dass Trump bei seinen massiven Angriffen auf die freie Presse – er bezeichnet sie ununterbrochen als “Lügenpresse” (wie Hitler im dritten Reich) – bei vielen seiner Landsleute Applaus erntet. Auch in Europa und Österreich wird der Begriff “Lügenpresse” immer öfter bedenkenlos verwendet. Ich heiße das nicht gut, habe aber damit eine Erklärung dafür.

Das zweite Beispiel ist aus einem der Kernbereiche des Kapitalismus, der Bankenwirtschaft. Vor vielen Jahrzehnten entstanden im ländlichen Raum und davon spreche ich, regionale Geldinstitute. Gründer waren meist Unternehmer aus der Region. Die erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung wurde auch in den erfolgreichen Entwicklungen der Banken abgebildet. Oft übernahmen dann Gemeinden die Haftungen für die Geldinstitute. Demnach zeigten sich die Geldinstitute auch gegenüber den Gemeinden und deren Vereinen und der Gesellschaft verantwortlich. Sponsoring durch Banken war ein Pfeiler fast jeden Sportvereins. Mittlerweile sind fast alle dieser Banken von nationalen und internationalen Großbanken aufgekauft oder angegliedert worden. Damit sind oft die Arbeitsplätze weg aus der Region und die Gewinne sowieso. Auch das ist ein Aspekt der Globalisierung und deren Auswirkungen auf die Menschen fühlbar. Und nun werden wieder die Bürger von den gleichen großen Konzernen und Finanzdienstleistern die ihnen die regionalen Banken weggenommen haben, zur Kasse gebeten. Für das Geld, das ich in der Bank lagere bekomme ich keine Zinsen mehr. Die Bank verdient damit aber eine Menge Geld. Wenn ich das Geld wieder haben möchte, muss ich dafür am Bankomat Gebühren zahlen. Eine Perversion des Systems.

Stürmische Zeiten kommen auf uns zu. Der Kapitalismus ist angeschlagen und mit ihm auch Teile der Demokratie. Die Menschen lernen nie aus der Geschichte, weil es nicht gelingt über mehr als 2 Generationen Erfahrungen von Krieg und Krise weiterzugeben. Es bleibt nur zu hoffen, dass die kommende Revolution ähnlich friedlich von Statten geht wie die Auflösung des Kommunismus Ende der 80-iger Jahre. Der Unterschied ist allerdings: Es gibt noch kein System, dass den Kapitalismus beerben könnte. Es ist noch vieles nur als Schleier schemenhaft erkennbar,  in Arbeit und im Fluss. Pessimismus und Gewalt, sind hochexplosive Zutaten für Revolutionen.  Ich setze auf die einzige Eigenschaft der Menschheit, die uns weiterbringt: Optimismus also positive Einstellung.

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Riesenfehler Globalisierung

Erstellt von ZisserF am 3. Februar 2016

8Es ist eine fatale Mischung aus Neoliberalismus und Globalisierung auf (fast) allen Ebenen der Gesellschaft; sie bringt die Menschheit nahe dem Abgrund, weil sie die Natur nahe dem Abgrund bringt und wir Menschen aus evolutionärer Sicht uns mit Ausnahme der Gehirnleistung nicht von unseren tierischen Artgenossen unterscheiden. Wir können also als Organismus auch nicht besser mit den Veränderungen der Natur umgehen. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Spezies Mensch auch zu den gefährdeten und schließlich ausgestorbenen Tierarten gehört. Man kann sagen, die Menschen sind irgendwann, an den sich zu rasch und radikal veränderten Umweltbedingungen gescheitert und ausgestorben. Denn um sich als Menschen an die Änderungen auf unserem Planeten, die wir jetzt in 200 Jahren geschafft haben, anzupassen, brauchen wir Menschen zig Generationen. So spielt sich Evolution eben ab. Zig Generationen, das sind locker einmal 50.000 bis eine halbe Million Jahre.

Bis dahin wird es noch dauern. Zu leiden beginnen viele Menschen aber bereits jetzt. Zu Leiden an der Natur und an den menschlichen Artgenossen. Unsere Vorfahren, die Affen und die Frühmenschen lebten und leben meist in Rudeln. Was kann in einem Rudel von Menschen in der Natur passieren? Es kristallisieren sich Alphatiere heraus, männliche oder weibliche, die durch ihre Stärke über die anderen herrschen und primär für die Nachkommen verantwortlich sind. Sie führen die Gruppe aber auch und verteidigen sie vor anderen Rudeln. Das alles ist Teil unserer Entwicklungsgeschichte. Durch unseren Intellekt haben wir es geschafft die Rudel quasi extrem zu vergrößern. Wir haben Dorfgemeinschaften gebildet, später Städte, Landstriche, Kulturen bis hin zu Kontinenten die wir beherrschend Weiterlesen »

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