ZisserF

Nur Visionen bringen die Menschen voran.

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Irgendwann müssen wir mit dem Schutz der Natur anfangen

Erstellt von ZisserF am 18. Mai 2018

davWachen wir doch endlich auf und sehen wir den Zustand unserer Natur mit offenen Augen. Wo intensive Land- und Forstwirtschaft betrieben wird, sind Lebensräume verarmt und die Artenvielfalt bedroht. Mit jeder Aufgabe von kleinen Landwirtschaften und deren extensive Wirtschaftsform verschwinden die letzten Blumenwiesen.  Der Konsument kann nur in geringem Maße etwas dafür. Produzenten und Politik sind aufgefordert mit Menschenverstand naturnah zu produzieren und die Substanz zu erhalten. Die Natur geht zugrunde, wenn sie mit rein wirtschaftlichen Methoden bearbeitet wird. Wir sind Teil der Natur.

Ein kleiner Beitrag zur Lösung (freiwillig oder verordnet):

* pro Hektar Wald 1 Baum, der solange wachsen kann bis er von selbst stirbt
* pro Hektar Wiese ein 10 mal 10m großes Stück, auf dem nicht gedüngt wird und nur 2 mal pro Jahr gemäht wird
* und pro Hektar Acker ein 10m langes Stück Sträucherstreifen an den Felderrändern.

Bäume werden in der Forstwirtschaft nach 70 – 100 Jahren geerntet. Die Bäume können 4 mal so alt werden. Alte Bäume bieten anderen Pflanzen, Pilzen, Vögeln, Tieren Lebensraum. Abgestorbene Bäume (Totholz) ist die Basis für die Bildung des Waldbodens. Diese Lebensräume gibt es in Wäldern nicht, die ihre Bäume am Ende ihrer Jugend bereits fällen und alles ratzeputz aus dem Wald abtransportieren.

Wiesen auf mageren Böden bringen eine enorme Vielfalt an Gräsern, Blumen und Insekten hervor. Die Insekten sind Grundlage für Honig, Nahrung für Vögel und vieles mehr. Erfolgt die Mahd spät, können die Samen für das nächste Jahr wieder in den Boden fallen. Vögel wie der Kiebiz oder der Wiedehopf brauchen diese langsam wachsenden Trockenwiesen. Intensiv genutzte Wiesen haben keine Blütenvielfalt, wachsen so schnell, dass Vögel darin, selbst wenn sie das Ausbrüten überleben, nicht mehr starten können. Das Fehlen von Blüten lässt Insekten keine Überlebenschance.

Ein Sträucherband entlang der Wiesen und Felder bietet Schutz für viele Insekten und Tiere. Es bietet Schutz vor dem Wind, der die Erde davonträgt. Es unterbricht das Abrinnen von Regenwasser und verhindern damit das Fortspülen von kostbarer Humuserde. Der Humus braucht Zehntausende Jahre bis er entsteht. Auf intensiv bewirtschafteten Ackerflächen wird er von einigen wenigen Generationen ins Meer gespült.

Für diese Überlegungen brauche ich keine wissenschaftlichen Studien sondern das althergebrachte Wissen der “Alten Bauersleute” und den eigenen Hausverstand.

 

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Sportzentrum Vorau

Erstellt von ZisserF am 14. Juni 2017

SportplatzIn Vorau entsteht ein neues modernes Sportzentrum. Der bisherige “Sportplatuz” wird zurückgebaut. Es ist sehr zu begrüßen, wenn die Gemeinde in Einrichtungen investiert, die der Gesundheit förderlich sind. Danke an alle Beteiligten, an vorderster Stelle an den Bürgermeister Mag. Bernhard Spitzer, für diese Initiative.

In Zeiten, in denen Höchstgerichte in Österreich die Errichtung einer dritten Start/Landebahn in Schwechat mit dem Argument der Verschlechterung des Klimaschutzes verbieten oder in Zeiten in denen das Artensterben ein nie da gewesenes Ausmaß erreicht hat, da müssen auch öffentliche Körperschaften auf allen Ebenen beginnen, sich mit hoher Priorität diesem Thema zu widmen, davon bin ich überzeugen. Der Schutz der Bevölkerung, der Tiere und Pflanzen ist immer mit langfristigen Überlegungen verbunden.

Das neue Sportzentrum kann ein idealer Anlass sein um modernste Infrastruktur, eingebettet in viele nachhaltige Überlegungen zu realisieren. Es bietet dadurch auch die Möglichkeit eines Alleinstellungsmerkmals von Vorau, anderen Gemeinden gegenüber und hat das Potenzial touristischer positiver Effekte (siehe Ökoregion Kaindorf, Storchenwiese Rust, Bioenergie Güssing,..). Mit den Schwerpunkten Gesunde Region, Freilichtmuseum, Sub Terra und Sport sind all meine Überlegungen auch kompatibel. Alle können davon positiv profitieren; die BürgerInnen, die Flora und die Fauna.
Ein Sportzentrum ist ein über Generationen wirksames Projekt. Eine optimale breite intensive Diskussion und Planung sollte dafür selbstverständlich sein. Der Teufel liegt im Detail.

Als Bürger von Vorau würde ich mir wünschen:

* dass die Bevölkerung frühzeitig, schon in der Grobplanungsphase nicht nur informiert, sondern aktiv eingebunden wird.
o Die Gemeindevertreter bitte ich, bei einem derart ambitionierten Projekt die Bevölkerung einzubinden. Bei echter gelebter Bürgerbeteiligung gibt es nur Gewinner (Politiker, Anrainer, Bürger – siehe http://www.landentwicklung-steiermark.at/Stark-Schnell-Workshops/Buergerbeteiligung).
o Die Vereinsvertreter sind ein zu schmaler Ausschnitt der Bevölkerung um alleine, gemeinsam mit den Gemeindevertretern darüber zu beraten. Auch Anrainer sollen selbstverständlich frühzeitig eingebunden werden (neue Greilbergsiedlung,
Jägerschaft, Naturwacht, Familien, Jugendliche, Senioren,
Kinder…).

* dass auf größtmögliche Schonung der Umwelt bedacht genommen wird:
o maßgerechte eher kleine Dimensionierung
o kategorischer Ausschluss des Einbaues einer Rasenheizung (Ausnahme: reine Abwärmenutzung des Heizwerkes)
o kunststofffreies Bauen (Verwendung von natürlichen Baustoffen)
o Nutzung der vorhandenen Parkplätze der Schule und des Stiftes
(keine neuen Parkplätze oder nur Behindertenplätze und
Gebührenparkplätze)
o möglichst alle Freiflächen (Straße, Gehsteig, Plätze)
oberflächenwasserdurchlässig ausführen um das Versickern von
Wasser zu ermöglichen und die Bäche vor zusätzlichem
Hochwasser zu schützen
o die Freiflächen ausnahmslos mit Split und nicht mit Salz gestreut
werden

* dass Lärmschutz hohe Priorität hat
o dass alle Plätze vertieft anlegen werden oder rundherum mit
Lärmschutzwällen oder Lärmschutzwänden versehen werden
o im Randbereich ein mehrreihiger Gürtel mit Bäumen als
Lärmabsorber gepflanzt werden
o es klare mit der Bevölkerung abgestimmte verbindliche
Betriebszeiten gibt (für die Außenanlagen)
o es mindestens zwei spielfreien Abende pro Woche gibt
o abends ab 21:00 Uhr (mit Ausnahme von großen Veranstaltungen)
im Aussenbereich keine Aktivitäten mehr sind
o Lärm ist ein großer Stressfaktor für Mensch und Natur!

* dass Lichtschutz hohe Priorität hat
o eine Flutlichtanlage neuester Generation eingesetzt wird, die
möglichst wenig Streulicht produziert bzw. durch Blenden vor
Blendung auf große Distanz geschützt wird (störend für Mensch und
Tier)
o alle Zusatzbeleuchtungen streulichtoptimiert und
bewegungsgesteuert sind
o möglichst keine zusätzlichen Straßenlaternen gebaut werden
o nach Betriebsschluss ausnahmslos alle Lichtquellen abgeschaltet
werden (auch keine Logos oder Parkplatzlichter)
o Licht in der Nacht im Freien ist ein Stressfaktor für Mensch und
Natur (siehe: http://sciencev1.orf.at/science/news/149394!)

* dass als Ausgleich für den großen Bodenverbrauch und zur Erhaltung der Biodiversität in Flora und Faune
o für die Pflanzenwelt eine halb so große Fläche wie die Sportanlage irgendwo in Vorau als Blumenwiese, Blumengürtel, Brache, Au-Streifen entlang eines Baches oder Streuobstwiese angelegt und ggf. extensiv bewirtschaftet wird (im Auftrag der öffentlichen Hand, da diese Funktion von der Landwirtschaft nicht mehr wahrgenommen wird)
o für die Tierwelt eine halb so große Fläche als Amphibien- Insekten und Vogelschutzstreifen entlang eines Baches, Sumpfes oder Teiches ausgewiesen und tiergerecht rückgebaut wird (zB: Bachbettauffüllung, Retensionsraumschaffung, Krötentunnel, Brut- und Nisthilfen für Vögel,…)

Die Entscheidungsträger wissen nur zu gut um die Verlockung von kurzfristigen Maßnahmen und Erfolgen, da deren Tätigkeit immer nur von Wahl zu Wahl legitimiert wird. Die aufgeführten begleitenden Maßnahmen haben bei verhältnismäßig geringem Aufwand eine langfristige Wirkung. Sie sind für die nächsten Generationen, also weit über den Wirkungsbereich der jetzigen GemeindepolitikerInnen hinaus gedacht. Langfristiger Klimaschutz ist das, wovon unsere Enkel und Urenkel auch dann noch profitieren, wenn das jetzt geplante neue Sportzentrum schon längst wieder Geschichte ist. Wir können nicht nur von Klimagipfel zu Klimagipfel über generelle Notwendigkeiten reden, wir müssen beginnen durch unser Tun konkrete durchdachte Handlungen zu setzen.

In diesem Sinne möchte ich die Gemeindeverantwortlichen bitten, meine Argumente zu prüfen und wohlwollend in deren Überlegungen zum Bau des Sportzentrums einfließen zu lassen.

 

PS: Herr Bürgermeister Mag. Bernhard Spitzer hat mich zu einem sehr offenen und von Wohlwollen geprägten Gespräch geladen in dem ich meine Argumente vortragen konnte. Er hat mein Schreiben in den Akt aufgenommen und dem Architekten, der mit der Planung beauftragt wurde mitübergeben. Danke dafür!

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