ZisserF

Nur Visionen bringen die Menschen voran.

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Warum schützt mich der Staat nicht?

Erstellt von ZisserF am 12. März 2018

2018-03-07_205535Die unzähligen Bedrohungen für die Natur, die Menschen und damit die Gesellschaften unserer Welt, die durch die imperiale Lebensweise im globalen Norden verursacht und von Tag zu Tag verschärft wird, möchte ich gar nicht aufzählen. Ich greife ein Thema exemplarisch heraus um daran eine neue Betrachtungsweise abzuleiten.

Palmöl ist billig, lange haltbar, sehr effizient verarbeitbar und wird in Ländern des globalen Südens unter Umwelt zerstörerischen Bedingungen mit Sklavenarbeit und nach Landraub auch jetzt 2018 für unsere Lebensmittelindustrie eingesetzt.

Viele engagierte einzelne Menschen haben sich die Frage gestellt: Was kann ich als KonsumenIn machen? Ich kaufe die Produkte mit Palmöl nicht und weiche auf andere aus. Sie haben sich alle erfolgreich den schwarzen Peter zuschieben lassen.

Das Vorhaben ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Einerseits ist bei diesem Beispiel fast überall in industriell hergestellten Nahrungsmittelprodukten wo Fett zugesetzt wird Palmöl drinnen, alternativen sind Mangelware und andererseits kann der Einzelne es nie schaffen sich zu jedem Umweltthema im Konsumbereich zum Spezialisten hochzulesen oder hochzuinformieren.

Wir müssen weg von dieser Fragestellung. Ich bin nicht schuld daran, dass im Kaufhausregal Produkte stehen, die verseucht, gesundheitsschädlich, hergestellt mit Sklavenarbeit, nicht fair gehandelt, umweltschädigend von der Produktion bis zur Verwendung sind. Seit Jahrzehnten redet uns die Wirtschaft ein, dass wir durch unser Kaufverhalten bestimmen, was im regal steht. Das ist vollkommen falsch. Verantwortlich – nicht nur moralisch – für das Produkt ist der Hersteller, Händler, Verkäufer. Die Entwicklung im letzten halben Jahrhundert belegt, dass die Wirtschaftsbosse nur mehr chrematistisch und nicht ökonomisch handeln, also das reine Geldverdienen dem gemeinwohlorientierten Wirtschaften vorziehen. Schranken können nur von Gesetzgebern kommen.

Die Fragestellung (siehe Brand / Imperiale Lebensweise) ist also nicht: Was kann ICH tun um Palmöl zu verhindern. Die Frage muss lauten: Warum lässt der Staat es zu, dass Palmöl in Österreich verwendet wird. Er alleine hat die Macht durch Gesetze dagegen einzuschreiten. So einfach ist das. All zu lange wurde dem einzelnen Individuum die Verantwortung übertragen, die bei Wirtschaftsbetrieben hin gehört und sonst nirgendwo.

Gewöhnen wir uns um. Stellen wir neue Fragen.

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Marketing Fritz – Kerzen Plunder

Erstellt von ZisserF am 5. März 2018

Fritz 1Hallo, ich bin Marketing Fritz und ich erzähle Euch mal wie ich ticke. Mein Ziel ist es ein Produkt oder eine Dienstleistung zum Verkauf anzubieten und zwar so, dass der Kunde es als wünschenswert wahrnimmt. Da ist Werbung alleine zu kurz gegriffen. Ich bin auch dafür zuständig, alle Interessensgruppen im Unternehmen zu befriedigen. Ich muss also auch schauen, dass viel Geld herein kommt, egal wie ich das anstelle. Ich bin also weniger Ökonom (Bedürfnisbefriedigung der Kunden) als vielmehr Chrematist (Kunst des Gelderwerbs).

Neulich habe ich für einen Kerzenhersteller gearbeitet. Der hat altmodische Kerzen verkauft. Was ist mir also eingefallen um den Gewinn für den Eigentümer zu erhöhen?

  • Adventkranzkerzen in verschiedenen Höhen hab ich abgeschafft. Jetzt kriegt jeder eine gleich hohe Herze. Das braucht viel mehr Wachs. Mehr Wachs ist mehr Umsatz, höherer Preis, mehr Gewinn.
  • Die Brenndauer von Adventkerzen wird immer kürzer. Also müssen die Kerzen nicht höher sonder immer breiter werden. (Mehr Wachs…. schon klar oder?)
  • Zudem wird eine ordentliche Mogelpackung hergestellt die die Kerzen viel größer aussehen läßt, als sie tatsächlich sind (mach ja eh jeder).
  • Dann habe ich eine Kerze entwickelt die außen eine ganz dünne Schicht Wachs hat und gefüllt ist mit einem Wachs, dass mit feinsten Luftbläßchen vermischt ist. Das sieht der Kunde natürlich nicht. Er zahlt gleich viel wie früher, nur brauchen wir jetzt um 30% weniger Material. Genial was?
  • Dem Wachs – es hat ja mit echtem Wachs überhaupt nichts mehr zu tun – haben wir Chemie zugesetzt, damit es viel schneller verbrennt. Mehr Verbrauch in gleicher Zeit = mehr Geld für die Eigentümer….
  • Der Sache mit den Kerzen in Mehrweggläsern habe ich sofort den Gar ausgemacht. Einwegkerzen sind für uns mit mehr Deckungsbetrag kalkuliert als Mehrwegkerzen. Da wir Marktführer sind, hat der Kunde ja sowieso keine Alternative. Marktmacht ist schon was tolles.
  • Die neueste Entwicklung ist unser Spezialdocht. Der wird, je weiter die Kerze abbrennt immer dünner. Das heißt nach ca. 50% der Kerze fällt er in das flüssige Wachsbad und erlischt. Der Kunde denkt sich, er habe was falsch gemacht und kauf sich eine neue Kerze. (Mehr Wachs….).
  • Die Produktion haben wir von China jetzt nach Bangladesch verlegt. Da gibt es so gut wie keine Umwelt und sozialen Auflagen. Ein Traum für uns.
  • In Vorbereitung haben wir noch ein paar andere Dinge wie das Set mit 24 Kerzen für den Advent, eine Kerze die nicht nur duftet sondern schädliche Keime und Bakterien zerfrisst (Anm.: wer´s glaubt wird seelig, haha, die Idioten von Kunden checken das ja sowieso nicht), eine Kerze, die die Augen entspannt. Wir arbeiten daran, dass es sie auch auf Krankenschein gibt.

 

Na ja, mal sehen für wen ich das nächste mal als Marketing Fritz arbeiten kann.

 

(C) zisserf – Satire

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