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Immanuel – kurz und bündig

Erstellt von ZisserF am Donnerstag 20. Dezember 2012

Jüngst habe ich wieder einmal die Bibel zur Hand genommen. Wie es in der Freizeit durchaus üblich ist, habe ich sie als “einfaches Buch” genommen, das man einfach liest. Ich habe sie nicht von Anfang bis zum Ende gelesen. In laß das Markusevangelium und die Apostelgeschichte in einem durch, ein Aufwand von ein paar Stunden. Wohl fast alle Kapitel und Verse waren mir bekannt aus Lesungen, Predigten und Einkehrtagen. Doch hat dieses Lesen in einem Stück, all diese einzelnen Fragmente zu einem neuen Ganzen schmelzen lassen. Darüber war ich überrascht. Mir wurde Vieles klar. Es ergaben sich neue Zusammenhänge, die ich zuvor noch nie bedacht hatte. Dieser Jesus bekam plötzlich – wie eine Rolle bei einem Theaterstück – ein Profil. Er wurde angreifbar wie ein Vogel, den man sonst immer nur hoch in der Luft schweben sieht und der plötzlich neben dir auf dem Arm eines Falkners sitzt und du kannst ihn in aller Ruhe betrachten und bestaunen.

Fragen wie: “Kann das sein, dass das so gewesen ist, damals vor 2000 Jahren? – die bisher immer verklärt in meinem Gehirn beiseitegeschoben wurden, die immer von der Prämisse “einfach glauben” überdeckt wurden, diese Fragen traten nun ohne Schminke aus dem Nebel hervor. Wie klein und überschaubar wurde das Leben rund um Jesus plötzlich. Von wie vielen Kleinigkeiten hing es ab, dass Jesus nicht im Müllkübel der Geschichte verschwunden ist, sondern noch immer präsent ist. Wieviele von Menschenhand gemachte Zufälle haben ihn zu Gottes Sohn gemacht und nicht zu einem der damals unzähligen Möchtegernpropheten. Das “einfach glauben” wird durch das Lesen in einem Stück aufs Neue und  zwar ganz radikal eingefordert. Es ist beängstigend, denn es könnte ja doch nur Schwindel sein und es ist beruhigend, denn es macht die ganze Sache so menschlich und emotional. Für mich ist es zweitrangig ob es sich genauso abgespielt hat, damals, wie in der Bibel beschrieben, oder eben nicht. Die Inhalte, nach denen ich mein Leben ausgerichtet habe bleiben dieselben. Selbst wenn die Geschichtsforschung Erkenntnisse an den Tag legen würde, die Jesu Leben auf den Kopf stellen würden, es wäre für mein Leben und das ständige Bemühen es christlich auszurichten, nicht von Belang. Immanuel ist der Kern; die Bibel hat etwas Werkzeugartiges an sich.

Und doch kam es dzrcg das Lesen in mir zu einem Zurechtrücken meines Bildes von Jesus. Ich habe die wesentlichen Punkte zusammengefasst. In 6 “Geheimnissen” ist das Wesen des Nazaräners für mich charakterisiert:

Immanuel …

… der Du Kranke heilst

… der du genau vorgibst, was gut für uns ist

… der du Sünden vergibst und Trost spendest

… der du streng und konsequent bist

… der du das Leben bejahst, feiern und fröhlich sein kannst

… der du genau so wie wir Sorgen und Ängste kennst

Amen.