ZisserF

Nur Visionen bringen die Menschen voran.

  • (Werbung)

Außergewöhnliche menschliche Fähigkeiten

Erstellt von ZisserF am Mittwoch 28. November 2012

 

Auf mich üben Geschichten von Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten einen besonderen Reiz aus. Sie beflügeln die Fantasie. Sie lassen mich in die Welt der Tagträume abgleiten und mich als Teil des Geschehens erleben.

Die Legende erzählt von Romolus und Remus. Beide wurden von einer Wölfin aufgezogen. 1920 entdecken im Norden Indiens Jäger einen Termitenhügel. Sie trugen ihn ab und entdeckten einen Wolfsbau mit einer Wölfin, zwei Wolfswelpen und zwei etwa 8 jährigen Kindern. Die beiden Mädchen verhielten sich wie Wölfe, gingen auf allen Vieren und fletschten knurrend die Zähne. Sie wurden von Menschen aufgenommen, legten ihre Wildheit aber nie ab. Sie starben beide früh. Ihr Sehsinn war extrem gut ausgebildet. Wohl durch die Zeit in der dunklen Höhle konnten sie sich bei absoluter Dunkelheit schnell und sicher bewegen. Was für eine außergewöhnliche Fähigkeit, wenn auch ich sie hätte. Ich könnten Tiere im
Dunkeln beobachten, könnten Verbrecher ohne Nachtsichtgerät verfolgen und aufgreifen oder dunkle Winkel in den Großstädten sicherer machen. Es wäre wie ein Tarnnetz mit dem ich nicht gesehen werden kann, selbst aber gut sehe. Schon Harry Potter hat mich mit diesem Netz, das unsichtbar macht begeistert.

Aus dem 17. Jahrhundert wird vom „Lütticher Hans“ berichtet, der durch Kriegswirren als kleines Kind von den Eltern getrennt wurde und mehrere Jahre im Wald unter Tieren lebte. Nach seiner Rückkehr zur Zivilisation zeigte er einen hochempfindlichen Geruchssinn, den er allerdings nach einiger Zeit wieder verlor. 1920 wird in Indien ein kleines Kind gefunden, das Monate lang von einer Leopardin gesäugt wurde. Das Kind blieb sein Leben lang wild, lernte nie sprechen und beschnüffelte stets seine Umgebung. Jean-Baptiste Grenouille, die Hauptperson im Roman „Das Parfum“ hat einen Geruchssinn, der ihn dazu treibt ein Parfum herzustellen, das all seine Gegner entwaffnet. Er könnte damit auch die Welt regieren. Der Weg zu diesem Parfum ist mit Morden an 10 bildhübschen Frauen gesät. Die Thematik fasziniert trotzdem. Die Welt der Gerüche ist mit Emotionen eng verbunden. Ich denke an den Geruch von Lebkuchen und bin in meine Kindheit versetzt. In der Küche knistert der Herd. Durch das Loch im Herdblech wird rötliches Flackern auf die Decke projiziert. Die Familie sitzt um den Tisch. Mutter holt die frisch gebackenen Lebkuchen aus dem Ofen und gibt uns welche zu essen. Ich spüre die Geborgenheit jener Tage.

Anfang der Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts wird in El Salvador ein Mann gefunden, der aus dem Jungel kam. Er wurde Tarzanito genannt und diente den Tarzan Verfilmungen als Vorlage. 1999 kommt ein 4 jähriger Junge im Kongo aus dem Jungel, nachdem er rund ein Jahr in einer Affenkolonie gelebt hat. Sieben Jahre später kehrt er dorthin zurück und kann die Gebärden der Affen noch immer deuten und wird seinerseits auch noch verstanden. Ein faszinierender Gedanke mit Tieren kommunizieren zu können. Wie würde es sein, ein Freund einer schwarzen Mamba zu sein oder mit Elefanten zu wandern, den Adlern zuzurufen oder das Pfeifen von Delfinen zu erwidern. Ich könnte zur Tarnung mit einem Graupapagei reden. Es würde nicht allzusehr auffallen, denn mit Papageien kann man ja ohnedies reden, glauben die meisten Menschen. Wie groß wäre mein Informationsvorsprung. Wir groß wäre aber auch meine Verantwortung der Tierwelt gegenüber. Die Tiere würden mir ihre Sorgen und ihre Erlebnisse mit der Spezies Mensch erzählen und ich würde mich schlecht fühlen. Ich könnte ihnen aber auch Methoden mitteilen, wie sie die Menschen, besser die mächtigen Menschen mit Entscheidungsgewalt beeindrucken, ja sogar beeinflussen könnten. Vielleicht würde ein Vladimir Putin schwach werden, wenn er als „scheinbar“ einziger Mensch auf der Welt einen Eisbären zum echten Freund bekommen würde oder Barak Obama immer von einem Seeadler begleitet werden würde. Wahrscheinlicher wäre es wohl etwas zu erreichen, indem die Waffenarsenale der Kriegsführer von bestens organisierten Termiten und anderen Insekten verstopft, verätzt, verschmiert oder anderwärtig nicht einsetzbar gemacht werden würden. Wie faszinierend wäre eine solche Welt.

Vor rund 300 Jahren mußte ein schottischer Matrose namens Alexander Selkirk nach einem Schiffsunglück mehrere Jahre auf einer einsamen Insel nahe Chile leben. Er diente wohl als Vorbild für Robinson Crusoe. Wieder zurück in England stellte man fest, daß er sehr scheu geworden war und die Sprache fast verlernt hatte. Hinter der Idee von Robinson Crusoe steckt wohl die Einladung sich als Erbauer einer neuen Welt, einer neuen Gesellschaft zu üben. Wenn ich auf einer einsamen Insel wäre oder zumindest ein Teil einer kleinen Gruppe auf dieser Insel wäre, dann könnte ich die Zukunft neu gestalten. Ich könnte bauen, säen, ernten, schützen und unendlich kreativ sein. Ich wäre gefordert von früh bis spät. Die gefährlichen Dinge wären auch da, haben in meinen Tagträumen aber keinen Platz. Das Leben wäre wie eine riesige Lego Welt. Ich wäre der George Washington, der Gründer der Urvater der Gruppe und könnte auch die Menschen und deren Zusammenleben lenken, fordern und fördern. Eine schöne fantasievolle Vorstellung. In Holywoodfilmen meist allerdings gekoppelt mit irgendwelchen Banditen oder Emotionen wie Hass, Neid, Eifersucht und Wahnsinn.

Ende des 18. Jahrhunderts wurde in Südfrankreich in 11 jähriger gefunden der eine Zeit lang alleine im Wald gelebt hatte. Seine außergewöhnliche Fähigkeit war seine Temperaturunempfindlichkeit. Er wälzte sich im Schnee und spürte kein Frieren. Er griff die Kartoffeln mit bloßen Händen und ohne Hast aus den glühenden Kohlen. Er weigerte sich sein Leben lang Kleidung zu tragen, im Sommer und auch im Winter. Es gäbe viele Orte auf der Welt in denen mir solche Fähigkeiten nützlich wären. Eine Wanderung durch das Dead Valley oder an den Hängen der aktiven Vulkane auf Hawai, die Winterwüsten Kanadas und der Pole, die Sahara, alles Orte an denen ich leichter Leben könnte als alle anderen Menschen. Selbst als Astronaut könnte ich ohne temperaturgeregelte Hochleistungsanzüge agieren oder die Hochöfen Österreichs barfuß bedienen.

Kaspar Hauser, Findelkind aus Nürnberg, Anfang des 19. Jahrhunderts konnte aus 60 Schritt Entfernung eine Fliege im Spinnennetz erkennen. Seine Augen waren höchst präzise und empfindlich. Er war 12 Jahre im Dämmerlicht eines Kellers gefangen. Dies hatte seinen Sehsinn und seinen Gehörsinn zu höchster Empfindlichkeit reifen lassen. Er soll alles Reden der Menschen auf den Feldern verstanden haben und auch das Flüstern in den Nebenräumen habe er verstanden. Löste man unmittelbar neben ihm einen Pistolenschuss aus, so reagierte er kaum. Ich stelle mir vor, wie ich von einem Hotelzimmer aus, mit dem Blick auf den belebten Hauptplatz einer Stadt aus die Menschen genauestens beobachten könnte. Ich sehe das Kollier der Frau mit dem großen Dekollete und höre, wie sie ihrer Freundin gegenüber zuflüstert, dass sie ihn nur ausnütze, den Mann der 5 Meter weiter gerade einige Drinks an der Bar des kleinen Cafes holte. Ich würde die Kinder sehen, wie sie die soeben gekauften Klebepickerl für das Sammelalbum auspackten und verstohlen ansahen um es spannend zu machen, ob endlich der seltene Lotus Baujahr 2012 dabei wäre. Ich höre Dinge und sehe sie, also ob ich eine Fliege wäre und unmittelbar neben den Akteuren herumsummen würde. Was für herrliche Fantasien. Stoff für Holywood.

Ein anderer Stoff ist bereits äußerst erfolgreich verfilmt worden. Rain Man ist Autist. Er hat ungeheure kognitive Fähigkeiten. Er merkt sich alle Karten die in einem Spiel gespielt werden und kann so zielsicher für seinen Bruder Gewinne einfahren. Er liest das Telefonbuch und kann alle Nummern plötzlich auswendig. Ein Becher mit Zahnstochern fällt zu Boden und in kürzester Zeit weiß er wie viele es sind. James Bond hatte in einem Film ähnliche Fähigkeiten. Im Rahmen seiner Ausbildung ging er durch Räume eines Schosses und zählte unmittelbar danach auf wie viele Bilder, Säbel, Gegenstände in diesen Räumen waren. In einem der ersten Filme mit Robotern, bekommt I-Robot ein Lexikon in die Hand. Er blättert es durch wie man zwei halbe Stapel mit Karten mischt. Die Seiten springen vor seinen Augen von einer Seite des Buchdeckels zur anderen. In Sekundenbruchteilen ist alles gescannt und verarbeitet. I-Robot hat das Basiswissen der Menschheit gelernt. Eine Vorstellung die nicht nur für Schüler und Studierende feuchte Hände erzeugt, wohl jeder Mensch träumt davon Wissen und Erfahrung einfach über Nacht aufnehmen zu können. Wie viele Vorteile im täglichen Leben würde mir diese Fähigkeit bringen. Es erzeugt einen adrenalinähnlichen Schub an glühender Wärme in meinem Gehirn, wenn ich nur dran denke. Ähnliches löst nur der intensive Gedanke an einen Lotto Millionengewinn aus. Ach ja, Slumdog Millionär regt auch die Fantasie an.

Was bliebe noch übrig an außergewöhnlichen Fähigkeiten eines Menschen. Ich hätte noch eine. Ein Mensch der nie zu schlafen braucht. Es gibt viele Menschen die nicht richtig schlafen können. Ein Mann aus der Ukraine schläft seit 25 Jahren nicht mehr. Ich denke aber an einen Menschen, der nicht zu schlafen braucht, der quasi anstatt von 16 Stunden pro Tag, ganze 24 Stunden pro Tag für Aktivitäten und für das wache Leben zur Verfügung hat. Die Schule könnte in 2/3 der Zeit absolviert werden. Ja alle Tätigkeiten ob geistig oder körperlich könnten in 2/3 der Zeit getan werden als bei normalen Menschen. Ich wäre prädestiniert für militärische Tätigkeiten bei denen Schlafmangel Lebensgefahr bedeutet. Als Detektiv wäre ich unschlagbar und das 24 Stunden Rennen von Le Mans wäre ein Klacks für mich. Was würde das für meine Partnerin, für die Kinder, die Arbeitskollegen bedeuten? Alles Stoff, der sich für Romane und Filme bestens eignen würde. Wie wäre es mit einem Menschen, der endlose Geschichten erzählen könnte ohne sich einmal zu wiederholen….