ZisserF

Nur Visionen bringen die Menschen voran.

  • (Werbung)

Gemeinschafts – Kühlanlagen sind top!

Erstellt von ZisserF am Mittwoch 16. Dezember 2015

SAMSUNGDieser Tage schließt in meinem Wohnort eine Gemeinschaftskühlanlage nach 60 Jahren für immer seine Kühlfächer zu. Gebaut nach dem Krieg um Lebensmittel durch Tiefkühlung haltbar zu machen, hat das verstaubte Gebäude in den letzten Jahren immer öfter sich sagen lassen müssen, es sei einfach nicht mehr zeitgemäß. Innovation ist für all zu viele Menschen immer nur etwas Neues machen. Allzuoft wird dabei vergessen, dass das Weiterentwickeln auch Innovation ist und dazu meist viel nachhaltiger, da ressourcenschonender.

Modern ist, dass man alles selber hat. Nicht nur ein Tiefkühlfach im Haushaltskühlschrank, sondern auch einen Tiefkühlschrank und jetzt, da das Kühlfach nicht mehr existiert vielleicht auch noch eine Tiefkühltruhe. Das viele Hin- und Herfahren (mit dem Auto) ist zu aufwendig geworden. Wenn man was braucht, ist gerade dieses Stück Fleisch oder Gemüse in der Tiefkühlanlage. Jetzt ist Schluss damit, man holt sich alles heim. Die Häuser sind meist groß genug, dass Platz für ein neues Gefriergerät da ist. Am Geld scheitert es auch nicht. So wohl die Überlegung von denen, die mit der Zeit gehen. Ich zähle hier nicht dazu.

Betrachten wir eine Gemeinschaftskühlanlage genauer. Die Anlage steht seit fast 60 Jahren. Die Baulichkeit ist nahezu unverändert, vielleicht ein paar Fenster die erneuert wurden und ein Kühlaggregat das repariert wurde oder Teile ersetzt worden waren. Ein Kühlaggregat für Ein- bis Zweihundert Kühlfachbesitzer. Minus 16 Grad rund um die Uhr 24/7. Die laufenden Kosten; ein paar Dutzend Euro pro Jahr. Ein Musterbeispiel an Ressourcenschonung in Errichtung und Betrieb.

SAMSUNGBetrachten wir den Gefriefschrank zu Hause. Ohne ins Detail zu gehen, er hält sicher keine 20 Jahre. Meist ist die Dichtung nach 10 Jahren kaputt und mangels erhältlicher Ersatzteile oder scheinbar teurer Monteurstunden wird der Schrank immer mehr zum Energiefresser. Da er aber so schön in der Gesamtstromrechnung versteckt ist, merkt man es kaum – wenn man es nicht merken will. Außerdem ist er nach dem Kauf immer wieder neu und das ist das Schöne am “Einkaufserlebnis”. Die Menge an Metall, Motoren, Kunststoffschaum, die die 200 Kühlfachbesitzer in 60 Jahren als Müll abliefern, könnte – zur Veranschaulichung – einem Würfel mit einer Kantenlänge von 22 Metern entsprechen.

Innovation, das heißt übrigens für die noch zweite bestehende Gemeinschaftskühlanlage, dass eine Photovoltaikanlage angeschafft wird um weitere Kosten zu sparen und um den großen Beitrag zur Decarbonisierung (Asstieg aus fossilen Energieträgern), den die Anlage schon 60 Jahre geleistet hat, auch für die Zukunft noch gesteigert zu leisten. Bravo!!

In den Nachrichten hören, was die Weltgemeinschaft in Paris auf der Klimakonferenz beschlossen hat ist das Eine, in seinem eigenen Verhalten zu Versuchen ganz konkrete Verhaltensänderungen umzusetzen ist das Andere. Ich habe heute mein altes Kühlfach in mein neues Kühlfach in der zweiten Gemeinschaftskühlanlage umgeräumt.