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Werbefreier ORF

Erstellt von ZisserF am Samstag 30. August 2014

WerbungVerärgert durch die immer verstecktere und im Umfang zunehmende Werbung in fast allen ORF Angeboten, hat sich der folgende Mailverkehr ergeben:
An den Publikumsrat: Betreff “unerträgliche Werbung”! Wieso zahle ich Rundfunkgebühren und werde doch von Werbung an allen Ecken und Enden überflutet? Immer unerträglicher wird die Werbung, immer undurchsichtiger, immer penetranter. Produktplatzierung heißt das jetzt, warum nicht offen und ehrlich “Werbung”. Nun kann man auf der ORF Online Seite die lästigen flimmernden Werbebanner auch nicht mehr wegklicken. Ich fordere ein STOP der Werbung. Wo sind die Hörer- und Seherinteressen vertreten? Warum setzten sich meist nur die Unternehmerinteressen durch. Ich bin überzeugt davon, dass die Werbung die Mehrheit der Hörer/Seher nicht möchte. Fragt sie doch ein einziges mal offen und unbeeinflusst. Wenn ich mich wenigstens im Internet davon freikaufen könnte, dann würde ich zusätzlich Geld dafür zahlen dieser ständigen Bedrängung zu widersprechen. Ich fordere den Publikumsrat auf, etwas gegen die Übermacht der Werbung im ORF zu unternehmen! Gruß
Antwort an mich: Sehr geehrter Herr Zisser! Ihre Frage ist ganz einfach zu beantworten: Ohne Werbung könnte der ORF sein Programmangebot – das sind derzeit drei nationale und neun regionale Radioprogramme, vier Fernsehprogramme und ein umfangreiches Internet Angebot inklusive einer wachsenden Zahl von abrufbaren Sendungen in der TV-Thek – nicht finanzieren. Die Werbeeinnahmen machen beim ORF rund 30 Prozent des Budgets aus. Ich sage das vorweg, weil man die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sehen muss, unter denen der ORF sein Programm erstellt. Dass Werbung manchmal sehr lästig sein kann, da stimme ich Ihnen völlig zu. Nicht zuletzt durch den intensiven Einsatz des Publikumsrats ist es gelungen, die Unterbrechung von Filmen durch Werbung im ORF zu verhindern. Vor vielen Jahren gab es solche Überlegungen, die nicht zuletzt am Widerstand des Vorgängergremiums des ORF, der Hörer- und Sehervertretung des ORF, gescheiter sind. Diejenigen, die einen werbefreien ORF fordern, tun dies meist im eigenen Interesse. Es sind hauptsächlich die in ausländischem Besitz befindlichen Privatsender, die sich dadurch selbst noch mehr Werbeeinnahmen erhoffen und eine Schwächung des ORF durch ein vermindertes Programmangebot wünschen. Gruß Vorsitzender Publikumsrat.
Erneutes Mail an den Vors. des Publikumsrates: Ihre Aufzählung des Angebotes des ORF in Ehren aber haben sie schon einmal an die Möglichkeit gedacht, kundenorientierter zu agieren und weniger Programm anzubieten und das aber nahezu werbefrei? Unaufgeforderte Werbung, ist Diebstahl an Lebenszeit, an Aufmerksamkeit und eine Bevormundung. Noch dazu wenn ich sie nicht bestellt habe und nicht verhindern kann. Es gibt außerhalb der wachstumsgetriebenen Bussinessmodelle ja auch noch qualitätsgetriebene, nachhaltige Unternehmenskonzepte aber die muss ich auch im ORF noch mit der Lupe suchen, zumindest in diesem Bereich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Werbung in diesem hohen Maß im Interesse der ZuseherInnen und ZuhörerInnen des ORF ist. Sie wird akzeptiert, ok aber der Großteil würde darauf verzichten wollen. Schätze ich das vollkommen verkehrt ein oder können sie mir erklären, warum dieser Hörer- und Seherwunsch dann immer mehr zurückgedrängt wird, anstelle Strategien zu suchen ihn zu befriedigen. Das Publikum ist doch die erste Zielgruppe für das Programm und damit für das Hauptprodukt des ORF. Sie vertreten ja das Publikum und nicht die Werbewirtschaft. Gruß!
Antwort an mich: Sehr geehrter Herr Zisser! Wir im Publikumsrat sind immer dankbar dafür, wenn sich die Konsumenten und Konsumentinnen der ORF-Programme direkt an uns wenden. Jede konkrete Kritik kann dazu beitragen, die Qualität unserer kontinuierlichen Gespräche und Auseinandersetzungen mit den verantwortlichen Programmmachern zu verbessern. Als neue Vorsitzende des Publikumsrats bin ich ganz wie Sie der Meinung, dass das Publikum die erste und wichtigste Zielgruppe bei der Gestaltung der ORF-Programme ist. Auch wenn wir uns das nicht wünschen, so wäre doch diese Erstellung der Programme ohne Werbeeinnahmen nicht möglich. Ich weiß, dass das für Sie persönlich keine sehr befriedigende Antwort ist, aber im Zusammenhang mit dem vorhin Festgestellten muss ich Sie auf die Antwort meines Vorgängers, erinnern. Es geht keine kritische Stimme bei uns unter. Nochmals besten Dank für Ihr Schreiben. Vorsitzende des ORF-Publikumsrats.

Es ist schon erstaunlich warum bestimmte, langsam gewachsene Einnahmenstrukturen, wie die der Werbeeinnahmen, nicht im Geringsten in Frage gestellt werden. Wo bleibt die Kreativität? Wo die Nachhaltigkeit? Wo die Kundenorientierung? Die muss sich wieder einmal hinter dem Geld (Profit) einreihen. Schade.