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Wirtschaft oder Politik

Erstellt von ZisserF am Freitag 11. Juli 2014

OkonokratieEiner unserer Vorfahren, tausende Jahre vor unserer Zeitrechnung, in einer Siedlung – es war vermutlich ein Mann – nahm eines Tages 4 Pfosten, rammte sie in die Erde und umzäunte damit eine Fläche. Dazu sagte er: das gehört mir. Er wurde zum Habenden. Keiner der anderen riss die Pfosten wieder aus und sagte: Nein, du kannst heuer die Früchte ernten, die du gesät hast aber gehören tut das Land uns allen. Sie wurden zu Nichthabenden. Einer wurde zum Habenden, die anderen zu Nichthabenden. Fortan müssen die Nichthabenden mit den Habenden um ihr Auskommen feilschen, sie müssen sich “bekriegen” um von den Besitzhabenden etwas zu kriegen. So kann man sich die Vorläufer unserer jetzigen weltweiten Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung vorstellen. In unserer Demokratie hat man friedliche Werkzeuge gefunden um zwischen diesen beiden Lagern zu kommunizieren. Eine gegenseitige Abhängigkeit hat sich eingespielt. Vereinbarungen wurden und werden getroffen. Die Ur- Ungerechtigkeit bleibt aber bestehen. Der Anteil der Besitzenden ist im Vergleich zu den Kriegenden verschwindend klein. Ich denke man kann vereinfacht die Politik in einer Demokratie als Werkzeug der Nichthabenden sehen und die Wirtschaft als Werkzeug der Habenden. Die große Mehrheit der Nichthabenden in einer Gesellschaft verglichen mit der Anzahl der Habenden verleiht der Politik angemessene Macht um mit den Habenden, also der Wirtschaft auf Augenhöhe zu sein. Das Hypogesetz rüttelt nun an den Grundfesten der Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft. Es werden Gläubiger (Habende) zur Kassa gebeten, trotz dem, dass ihnen Geld per Gesetz vertraglich zugesichert wurde. Die Politik ändert eben das Gesetz. Ursache für diese Änderung des Gesetzes ist, dass sich die Nichtbesitzenden, deren Vertretung die Politik ist (nach meiner groben Zuteilung) über den Tisch gezogen fühlen, übervorteilt fühlen. Das Gesetz soll vereinfacht und generalisiert die Nichthabenden vor dem Zugriff der Habenden schützen. Das Hypogesetz ist daher ein Moment der Entscheidung. Hat in unserer Demokratie die Wirtschaft (Habende) so viel Macht, dass sie der Politik (Nichthabende) das Heft aus der Hand nehmen kann oder besitzt die Politik noch Macht um die Auswüchse wirtschaftlichen Treibens (Hyposkandal) in die Schranken zu weisen? Die einzelnen Personen in Wirtschaft und Politik die im konkreten Hyposkandal Akteure waren kann man hier aus den Überlegungen ausklammern, sie sind nur Anlass aber nicht Ursache des jetzigen Richtungsstreits. Siegt die Politik, dann ist die Demokratie gestärkt worden, siegt die Wirtschaft, dann hat die Macht der Habenden wie schon so oft in der Geschichte wieder über die der Nichthabenden triumphiert, ein Szenario, dass sich vor tausenden Jahren in einer Siedlung bereits abgespielt hat.