ZisserF

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Menschgewordene Tiere treiben ihr Unwesen

Erstellt von ZisserF am Dienstag 12. November 2013

DSCF2742Es ist unfassbar! Welche kranken Gehirne von menschgewordenen Tieren treiben in aller Öffentlichkeit ihr Unwesen? Welche produzieren und welche lassen gewähren? Es scheint als wären es weitere Zeichen, dass unsere westliche Hochkultur den Break Even Point endgültig überschritten hat und unsere Gesellschaft die Talfahrt antritt. Tabulosigkeit, Skrupellosigkeit, das Vergreifen an unserer Jugend… ich finde einfach keine Worte.
Es ist Sonntagabend zur Hauptsendezeit und im ORF läuft der Film “Die Tribute von Panem”. Weltbestseller sind die Bücher, die Filme auch sehr erfolgreich, wenn man den Berichten darüber glauben kann. Der Film erhielt 2010 beim Deutschen Jugendliteraturpreis den Preis der Jugendjury in der Altersgruppe zwischen 14 und 15 Jahre. Ich finde keine Worte.
Der Inhalt des Films: In einem Phantasieland werden von der Regierung “Hungerspiele” veranstaltet. Ein Dutzend Jugendliche und Kinder werden in einem umgrenzten Stück Land ausgesetzt. Ihr Ziel ist es, sich gegenseitig umzubringen, so dass am Ende nur eine Person überlebt. Die Szenen sind, verglichen mit manchen anderen Filmen mit Gewaltverherrlichung moderat, das Thema an und für sich lässt mir aber die Spucke im Mund vertrocknen. Man lasse es sich auf der Zunge zergehen: Kinder und Jugendliche spielen im Wald, nur ist es ein Spiel auf Leben und Tod. Makabres Detail am Rande: Die Kämpfe werden Landesweit im Fernsehen übertragen. Es ist ein Roman, sicher aber er ist ein Bestseller! Der Film läuft zur Hauptsendezeit im ORF, unreflektiert, unkommentiert.
Dass die Menschheit aus der Geschichte nicht lernt, hat sie immer wieder bewiesen. Kaiser Nero hat den Römern durchaus ähnliche Spektakel in den Theatern Roms angeboten. Im Mittelalter wurde unter dem Mantel der Justiz öffentlich der Ermordung von Zeitgenossen, Hexen und Zauberern gefrönt. Abertausende jubelten den Pogromen im Dritten Reich zu. Es gab nirgends Schranken, die dem Treiben Einhalt geboten hätten. Es gab sicher zu jeder Zeit auch Menschen, die mit den Vorgängen nicht einverstanden waren. Sie blieben aber immer in der Minderheit.
Das eine ist geschichtliches Faktum, das andere ein Film. Stellt sich die Frage ob man ein Buch, einen Film als Indikator für eine Gesellschaft und gewisse Vorgänge in ihr verwenden kann. Was die Wissenschaft – jene, die nicht von der Filmindustrie gesponsert ist – dazu sagt weiß ich nicht. Mein Hausverstand, mein Gefühl als einfacher Mensch, gibt mir Antworten. In der Gedankenwelt gibt es keine klaren Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fiktion. Gedanken werden gedacht oder nicht gedacht. Wenn sie gedacht werden, sind sie da.
Wer gegen große Brutalität auftritt, hat mit Widerstand zu rechnen, mit Widerstand von Menschen, die dem Sterben von Menschen Befriedigung und Lust abgewinnen können. Mit diesen Menschen ist nicht gut Kirschen Essen. Am allerwenigsten, wenn sie anonym sind, Massen sind, vielleicht irgendwann Träger des Mainstream werden. Das Sanfte zieht sich zurück, angesichts der Gewalt, die den frei werdenden Raum voller Gier ausfüllt und daran wächst. Das Sanfte, wird nicht gehört, seine Stimmbänder werden durchtrennt.
Ich fühle mich so alleine und ohnmächtig angesichts solcher Entwicklungen. Bin ich der Einzige, der so denkt? Bin ich Teil einer schweigenden Mehrheit? Ist meine Inaktivität die, die aus der Erkenntnis genährt wird, du hast keine Möglichkeit etwas zu verändern? Du schwimmst gegen den Strom und wirst eines Tages daran zerbrechen…