ZisserF

Nur Visionen bringen die Menschen voran.

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Erstellt von ZisserF am Mittwoch 14. März 2012

Im Mittelalter herrschte das Faustrecht, also das Recht des Stärkeren. Nicht Argumente oder Einsichten steuerten die Macht, sondern die pure Stärke. Das Faustrecht feiert in der Gegenwart in Österreich fröhliche Urständ aber viel diffiziler und verdeckter als früher. Noch ist es ein ständiger Versuch sich Recht durch Stärke zu schaffen. Aber die Absicht ist bereits klar zu erkennen. Die Akteure sind Parteien mit deren, vom Gruppenzwang oder Clubzwang  gesteuerten Repräsentanten. Es sind auch von materieller Macht getriebene Familien, Clans und Einzelpersonen. Die Werkzeuge sind meist verbaler Natur, jenseits des Mindestmaßes an Anstand, Vertrauenswürdigkeit und Aufrichtigkeit. Die Aktionen sind plump, simpel und archaisch und daher für jedermann, der nicht kritsch ist, leicht verständlich.

Auf Interviewfragen von Journalisten reagieren diese Akteure mit unverfrorenen Ausflüchten, Unwahrheiten und schwindligen rasch zusammengedichteten Verwirrungen. Werden die Journalisten zu hartnäckig oder zu aufdeckerisch, dann werden verbale Batterien an Anschuldigungen auf den gesamten Stand abgefeuert. Pausenlos werden die Überbringer der Nachrichten geschlagen bis die Fronten zu bröckeln beginnen und die Faust der Unverfrorenheit ihre Wirkung zeigt.

Auf Beschuldigungen und Anklagen der Justiz reagieren Sie voller Unverständnis und Verwunderung. Für sie scheinen die Gesetze, die sie selbst gemacht oder durch den Griff in die Geldbörsen gelenkt haben nicht zu gelten. Gewissen oder Gerechtigkeitssinn sind Werte der normalen Bürger. Ist die Schlinge zu eng werden auch hier die Breitseiten auf das Justizsystem abgefeuert. Der Richter wird zum Schuldigen gestempelt.

Die Pressefreiheit und die Justiz sind massive Pfeiler einer Demokratie. Wenn sie angegriffen werden, dann müssen wir Angst haben, um die Gemeinschaft der Bürger im Staat. Wer verteidigt die Säulen der Demokratie noch? Wo sind die Wächter der Werte jeder Gesellschaft hingekommen? Es gibt sie nicht mehr, weil es die Werte nicht mehr gibt. Sie sind längst dem Individualismus des einzelnen Individuums zum Opfer gefallen und dem Glauben, alles selbst in der Hand zu haben und den Staat nicht zu benötigen. Alle alten Dämme die die Nachkriegsgenerationen gebaut haben brechen. Der Geist, der nach der Zerstörung der Weltkriege die Gesellschaft zusammengeschmiedet hat, existiert nicht mehr. Neue Säulen des Staates sind Geld und durch Wahlen legitimierte politische Macht die immer öfter fälschlich als Macht Einzelner und als Macht von Parteien verstanden wird.

Sind wir noch imstande den Drogensüchtigen, die von Geld und Macht abhängig sind, die Augen zu öffnen? Können wir Ihnen das Faustrecht noch verwehren? Es wird um das Überleben des Staates gehen. Wir werden neue Formen des Zusammenhalts brauchen. Wir werden alle Kräfte mobilisieren und clustern müssen. Keine Generation wird sich drücken können.