ZisserF

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Verzockt, bis ans Ende

Erstellt von ZisserF am Montag 6. Februar 2012

Der gelernte Österreicher, samt Gattin oder Lebensgefährtin kennt die Argumente nur allzu gut, wenn es ums Geld geht: In Zukunft werden wir mit der staatlichen Pension nicht mehr das Auslangen finden. Jahrelang wurden alle mündigen Bürger von der Politik und den Wirtschaftsforschern angehalten, betriebliche und private Pensionsvorsorge zu treffen. Also vereinfacht gesagt, sein hart verdientes Geld regelmäßig auf ein Konto zu überweisen um dann bei Pensionsantritt von diesem Konto eine Pension zu erhalten. Die Zinsen an den Börsen sollte dies möglich machen. Das galt und gilt für manche, als das Zukunftsmodell schlechthin.

Die neoliberalen Schreihälse und die dazugehörigen politischen Wendehälse haben diese Devise von den Dächern krakeelt: Mehr privat – weniger Staat. Kritiker dieser Entwicklung wurden auch auf gut österreichisch in die Wüste gejagt.

Nun, siehe da, ist das eingetreten, was 20 Jahre lang jedes Farbprospekt der Vorsorgepensionsanbieter ausgeschlossen hat: Die Gelder schrumpfen auf den privaten Pensionskonten. Die Gelder sind längst in den Wirtschaftsblasen an den Börsen versunken. Einige sind damit reich geworden, die Masse der Privatpensionisten in spe sind damit ungewollt zu Börsenzockern gemacht worden und bekommen schlimmstenfalls weniger Geld als Pension ausbezahlt, als sie eingezahlt haben. Mehr Privat – weniger Staat?! Welch bitterer Beigeschmack bleibt. Konklusio: Der Staat ist für alle Menschen da und nicht für die Finanzwirtschaft. Ich hege den Anspruch, dass der Staat für meine Pension ein passendes System errichtet und betreibt. Es ist Aufgabe des Staates und nicht des Einzelnen dieses System am Laufen zu halten. Ich möchte dem Staat vertrauen, diese Grundaufgabe für alle passend zu lösen. Ich möchte keine Eigenverantwortung in Fragen der Pension, dazu ist mir meine Altersvorsorge zu wichtig, als dass ich sie mangels Wissen oder Können verzocke. Ich möchte auch nicht, dass private – meist sind es ja im Endeffekt dann doch wieder anonyme international agierende Konzerne – ich möchte auch nicht dass diese „privaten“ meine Trinkwasserversorgung organisieren, meine Energieversorgung durchführen, das Bildungssystem, die Sicherheitsdienste, die Abfallwirtschaft und den öffentlichen Verkehr managen. Die Zeichen mehren sich und sind für sensible nicht mehr zu übersehen. Es kommt wieder die Zeit, da wird es heißen: Mehr Staat, weniger privat, und das ist gut so.