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Grüne Maximalrendite

Erstellt von ZisserF am Dienstag 8. November 2011

Der Zufall gelangte ich auf eine Internetseite, die die steigenden Renditen mit dem Energieholzgeschäft zum Inhalt hatte. Auf der Seite wird vergleichend erläutert, dass die Renditen im Holzbereich in jüngster Zeit, deutlich höher gestiegen sind als auf dem Erdöl- und Erdgassektor. Der Besucher der Seite wird umworben, Geld in Fonds und Aktien mit Holz als Inhalt zu investieren. So weit so gut.

Bis Ende der 90-iger Jahre hatte das Holz als Brennstoff in den Öfen der Häuser, Gewerbebetriebe, Gasthöfe und öffentlichen Gebäude eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Zu dominant waren die Mineralölindustrie und die Stromindustrie mit ihren Werbekampagnen, wenn es darum ging, das Holz als Alternative fürs Heizen zu platzieren. Die Gewinne der Mineralölmultis, sowie der großen Stromgesellschaften waren traumhaft. Doch dann kam langsam, zwar absolut gesehen auf sehr niedrigem Level, eine Trendumkehr in Richtung Holz. Einerseits wurde Heizöl immer teurer, andererseits begannen sich die Forstwirte und die Sägeindustrie, sowie die Heizkesselhersteller zu organisieren. Gemeinsam schafften sie es, ein Image aufzubauen, dass dem Holz eine Chance gab, die Heizanlagen von Herrn und Frau Österreicher zu erobern. Die Klimaerwärmung hat hierbei auch noch mitgeholfen, das Image von Holz als Heizmaterial positiv zu entwickeln.

Lokal konnte ich beobachten, dass die großen Stürme Kyrill und Paula über eine gewisse Zeit ein höheres Angebot an Holz auf den Markt brachten, was aber nicht zwangsläufig zu günstigeren Holzpreisen führte. Zudem waren einige große Holzlieferanten der Ansicht, man könne nun ruhig mit dem Holzpreis hinaufgehen und sich im Preis gegebenenfalls sogar an das Erdöl ketten.

Die meist mit einem ordentlichen Schuss Enthusiasmus versehenen Umsteiger von Öl auf Pellets- oder Hackschnitzelheizungen reagierten sehr sensibel. Es handelte sich offenbar um bestens informierte und engagierte Kunden. Der Boom wurde merklich eingebremst, was vor allem die Heizungshersteller zu spüren bekamen.

Die Vernunft siegte und die Holzpreise blieben moderat, nach den Vorstellungen der Kunden, die Holz als nachhaltig sehen und denen Gedanken, wie die Anbindung des Holzpreises an den Rohölpreis, sauer aufstößt.

Nun sehe ich also die oben beschriebene Homepage mit sehr deutlicher, fast aggressiver vergleichender Werbung für Fonds und Aktien, die Roh- und Energieholz in ihrem Portfolio haben. Ich hoffe nur, dass dahinter nicht wieder Banker und Trader stehen, die aus blanker Geldgier, die Stunde nützen möchten und so am Boom, hin zu Holz- und Pelletsheizungen mitnaschen möchten. Das nachhaltige Produkt Holz, ist mit aggressiven Werbestrategien, die es zu einer Cashcow für Anleger degradieren wollen, nicht kompatibel. Es wird in hohem Maße auch von den Kunden abhängen, ob der Siegeszug des Holzes gegenüber den fossilen Energieträgern weitergehen kann. Das Rennen ist gerade erst eröffnet und geht über viele Runden. Ich hoffe es sehr, dass das Holz gewinnt.