ZisserF

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Wo ist der Nordstern?

Erstellt von ZisserF am Dienstag 26. Juli 2011

Tankstelle als LichtverschmutzerUnser Umgang mit Licht gleicht dem unserer Elterngeneration mit Strahlung. Beim Schuhkauf wurde geröntgt um die Passform zu prüfen. Den Hautcremes wurde Uran beigemengt um eine rosa Haut zu erzeugen. Wirtschaft und Politik waren sich der Unbedenklichkeit sicher, bis die schrecklichen Folgen nicht mehr zu vertuschen waren. Ähnlich verhält es sich auch mit dem unkontrolliert eingesetzten künstlichen Licht. Wir produzieren Unmengen davon in unseren Häusern und auch im öffentlichen Raum. In meiner Heimatgemeinde, einem 1100 Seelen Dorf gibt es eine Tankstelle die rund um die Uhr von Dutzenden grell grün leuchtenden Leuchtstofflampen beleuchtet wird. Der Großteil dieses grünen Lichtes wird dabei nicht zum Erhellen der Zapfsäulen verwendet. Nein, es beleuchtet die Umgebung, die Fenster angrenzender Häuser hinter denen Menschen schlafen, es zieht Unmengen von Insekten an und es strahlt in den Nachthimmel, sodass es von Verkehrsflugzeugen klar ausgemacht werden kann. Auch Straßenbeleuchtungen, vor allem älterer Bauweise, geben ihr Licht auch horizontal und nach Oben ab. Da sie nicht durch Anforderungstaster oder Bewegungsmelder, sondern bestenfalls durch Zeitschaltuhren gesteuert werden zählen sie zu den großen Lichtverschmutzern. Oft verbraten sie Unmengen von Energie für einige wenige Fußgeher pro Nacht. Die in den letzten Jahren durch die Wirtschaft extrem zugenommenen elektrischen Weihnachtsbeleuchtungen, sowie die Unmengen an Solarleuchten in immer mehr Gärten sind hier genauso überflüssig zu nennen, wie viele aggressiv blinkende, pulsierende selbstleuchtende Reklametafeln oder die Lichtverschmutzer schlechthin: Scheinwerferkegel die oft Tanzlokale oder Diskotheken am Nachthimmel markieren und die, abhängig vom Bewölkungsgrad, noch 10-20 km weit gesehen werden.

Unachtsam eingesetztes künstliches Licht im Freien, zerstört das Leben unzähliger nachtaktiver Tiere. Nicht nur Insekten und Schmetterlinge sind betroffen, auch Amphibien Fische und Säugetiere. Gestört wird der Orientierungssinn und das Beuteverhalten. Auch der Mensch ist ein Säugetier, dass in seiner Entwicklung fixe Tag/Nacht also Hell/Dunkel Zyklen während seiner Entwicklung vorgefunden hat. Zu wenig Dunkelheit stört nachweislich den Hormonhaushalt des Menschen, begünstigt psychische Störungen und steht im Verdacht sogar krebsfördernd zu sein. Der Hausverstand sagt mir, dass auch die schwache Beleuchtung oder die erlebte Dunkelheit zu unserem gesunden Leben gehört, auch wenn uns der Mainstream etwas anderes glauben lässt.

Zuviel und falsch angewendetes künstliches Licht kostet zudem viel Energie und Geld.  Energie, deren Erzeugung die Umwelt zusätzlich belastet und Geld, für dass wohl jeder andere sinnvollere Einsatzmöglichkeiten wüsste.

Licht, das in der Nacht in den Himmel leuchtet, wird an Staub- und Wasserdampfteilchen reflektiert und bringt den Himmel scheinbar zum schimmern. Ein lichtverschmutzter Nachthimmel lässt uns nur mehr einen Bruchteil der Sterne und Planeten sehen, die unsere Vorfahren noch sahen. Viele Menschen haben so noch nie die Milchstraße in der freien Natur gesehen. Nicht nur der einzige Fixstern an unserem Himmel, der Nordstern kann oft nicht mehr ausgemacht werden.

Tschechien hat seit Jahren und Slowenien hat seit Kurzem ein Lichtverschmutzungsgesetz. Auch wir brauchen ein solches. Volksvertreter – werdet aktiv! Blogger auch….ich habe auf Facebook eine Gruppe: Nordstern eingerichtet.